Rosenöl
Kontaktieren Sie uns für Chargen von Rosenöl, Rosenwasser und Rosenkonkret100 % biologische, Demeter- und konventionelle Produkte
Rosenöl-Destillation
Es gibt mehrere Verfahren, um aromatische Substanzen aus Rosenblättern zu gewinnen. Die Destillation ist die am weitesten verbreitete und wirtschaftlichste Methode zur Gewinnung der ätherischen Rosenöle. Bei der Destillation werden die Rosenblüten in Brennblasen erhitzt — entweder, indem man sie in zum Sieden gebrachtem Wasser einlegt, oder indem man Wasserdampf hindurchströmen lässt. Hitze und Dampf zerstören die Zellstrukturen des Pflanzenmaterials und setzen die ätherischen Öle frei. Die Moleküle der ätherischen Öle werden zusammen mit dem Wasserdampf durch ein Rohr geführt und in einen Kondensator (Kühlbehälter) geleitet, wo sie wieder flüssig werden (Extrakt) und in einem Florentinerkolben aufgefangen werden. Die austretende Flüssigkeit ist eine Mischung aus Öl und Wasser; da ätherische Öle nicht wasserlöslich sind, lassen sie sich leicht abtrennen und absaugen. Öle, die leichter als Wasser sind, schwimmen im Florentinerkolben an der Oberfläche. Die in den Gärten gepflückten und in Säcken fest verpackten Rosenblütenblätter werden im Werk auf dem Boden ausgebreitet, um eine leichte Verdunstung und einen kontrollierten Reifungsprozess zu ermöglichen — ein Schritt, der die aromatische Qualität des ätherischen Öls fördert. Anschließend werden die Blüten in die Destillationsblasen gefüllt. Verwendet werden 3000-Liter-Kupferblasen mit Dampfmantel; eingebettete Heizschlangen am Boden führen den Dampf, der das Wasser in der Blase erwärmt. Üblich sind Kupferblasen mit einer Kapazität von 500 kg Blüten und 1500 Litern warmem Wasser. Die Destillation dauert etwa 1,5 Stunden. Während der Hydrodestillation werden die in den Blütenblättern gespeicherten ätherischen Öle durch Diffusion freigesetzt. Die Kondensatortemperatur wird auf 35–45 °C gehalten, um Wachs-Ablagerungen zu verhindern; bei einer Dichte von etwa 0,85 setzen sich die Ölbestandteile auf der Wasseroberfläche ab. Aufgrund des Verlusts an Phenylethylalkohol — ein Großteil davon bleibt im Destillationswasser gelöst — spiegelt das Otto den Blütenduft jedoch nie ganz exakt wider. Das Destillat wird in 200-Liter-Florentinerkolben aufgefangen. Das in diesen abgesetzte Öl heißt „Dekantieröl“, „Erstöl“ oder „Direktöl“. Das Bodenwasser sowie das Dekantieröl werden anschließend in Edelstahltanks gepumpt, um das Zweitöl — auch „Wasseröl“ oder „Indirektöl“ genannt — nachzudestillieren. Erst- und Zweitöl werden danach in einem definierten Verhältnis vermischt; das Endprodukt ist das im Handel erhältliche, kostbare Rosenöl (Rose Otto). Die Zusammensetzungen beider Öle unterscheiden sich deutlich; Monoterpenalkohole wie Citronellol, Geraniol, Nerol und Linalool sind im Zweitöl höher vertreten. Aufgrund der Qualitätsunterschiede müssen Erst- und Zweitöl nach GC-Analysen in einem festen Verhältnis zusammengeführt werden, um das beeindruckende Endprodukt zu erhalten. Das nach der Ölabtrennung verbleibende Destillat wird zudem als Rosenwasser verkauft. Rosenwasser ist somit ein Nebenerzeugnis der Hydrodestillation, enthält nur sehr wenig Rosenöl und ist hauptsächlich durch Phenylethylalkohol geprägt.
Im Vergleich zu anderen aromatischen Pflanzen enthalten Rosenblüten nur sehr wenig ätherisches Öl. Aus 3000–4000 kg Rosenblättern lassen sich etwa 1 kg Rosenöl gewinnen — die Ausbeute liegt also bei rund 0,03–0,04 %.
Aus diesem Grund zählt Rosenöl zu den teuersten ätherischen Ölen der Welt — nicht zuletzt, weil weder natürliche noch synthetische Substitute zur Verfügung stehen. Die Lösungsmittel-Extraktion liefert etwa zehnmal so viel Ausbeute wie die Wasserdestillation: Aus 375–400 kg Rosenblättern entsteht 1 kg Rosenkonkret.
Rosenöl ist eine äußerst komplexe Mischung aus mehr als 100 verschiedenen Komponenten. Zu den wichtigsten gehören Monoterpenalkohole wie Linalool, Citronellol, Nerol und Geraniol, Kohlenwasserstoffe wie Nonadecan, 1-Nonadecen, Heneicosan, Heptadecan, Tricosan und Octadecen, Sesquiterpen-Kohlenwasserstoffe wie α-Guaien, Humulen, λ-Muurolen und δ-Guaien, Oxide und Ether wie Methyl-Eugenol, Ester und Aldehyde wie Geranyl-Acetat und Geranial sowie Phenole wie Eugenol — allesamt charakteristische Bestandteile des türkischen Rosenöls. Prägend sind vor allem die hohen Anteile der Monoterpenalkohole Citronellol, Geraniol, Nerol, Linalool und Phenylethylalkohol. Phenylethylalkohol ist ein Hauptbestandteil, geht jedoch wegen seiner Wasserlöslichkeit größtenteils im Destillationswasser verloren — sofern dieses nicht als Rosenwasser aufgefangen wird. Viele weitere Komponenten kommen nur in Spuren vor, sind aber für die Gesamtqualität entscheidend und für den parfümistischen Wert maßgeblich. Niedrige Anteile an Kohlenwasserstoffen, die das Öl beim Abkühlen erstarren lassen, und hohe Anteile an Monoterpenalkoholen, die den rosigen, frischen Charakter ausmachen, sind für eine hohe Qualität erwünscht. Späte Destillationen und späte Pflückungen erhöhen den Anteil der Monoterpenalkohole und senken den der Stearopten-Kohlenwasserstoffe. Citronellol ist der wichtigste qualitätsbestimmende Bestandteil; die summierten Anteile an Citronellol, Nerol und Geraniol bewegen sich zwischen 45 und 72 %. Das Citronellol-Geraniol-Verhältnis (C/G), Indikator für die Ölqualität, liegt zwischen 1,10 und 3,91 (Lawrence 1991). Methyl-Eugenol ist oberhalb bestimmter Konzentrationen nicht erwünscht, da es allergische Reaktionen auslösen kann; insbesondere bei überälter oder lange fermentierter Blüten kann der Wert 2,5 % überschreiten. In den letzten Jahren wurde die „Superkritische Kohlendioxid-Extraktion“ für die Parfümindustrie eingeführt. Das so gewonnene Öl gilt als reiner und der natürlichen Pflanzenessenz besonders nahe — frei von CO₂-Rückständen. Für die Rosenölproduktion wird dieses Verfahren jedoch noch diskutiert. Die wohl modernste Methode könnte die „Hydrodiffusion/Perkolation“ werden — schneller als die Destillation, mit deutlich einfacherer Ausstattung als bei der CO₂-Extraktion. Dampf wird von oben durch das Pflanzenmaterial geführt; das austretende Gemisch aus Öl und kondensiertem Wasser wird abgekühlt und lässt sich anschließend leicht trennen — ähnlich wie bei der Destillation.
Die Geschichte der Rose und des Rosenöls
In unseren Parfüm-Rezepturen nutzen wir die neuesten Entwicklungen — doch manchmal kommt nichts an den Klassiker heran. Rosen sehen nicht nur schön aus und duften betrörend; ihre Öle bieten zugleich vielfältige Vorteile für Haut und seelisches Wohlbefinden. Und weil wir vom Anbau bis zur fertigen Essenz alles selbst verantworten, überrascht uns immer wieder, wie sehr sich der Duft ändert — schon mit der kleinsten Variation in Methode, Hof, Boden oder Erntetag.
Seit Jahrhunderten werden Rosen für ihr reines, aus den Blütenblättern gewonnenes ätherisches Öl geschätzt. Es bedarf zehntausender Blüten, um 30 ml ätherisches Öl zu erhalten — das macht Rosenöl zu einem der teuersten Öle überhaupt. Rosenöl enthält eine komplexe Mischung aus Vitaminen, Mineralien und Antioxidantien mit beruhigenden und feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften.
Eine neuere Studie zeigt zudem, dass die aromatherapeutischen Eigenschaften des Rosenöls die Sinne beruhigen und Linderung bei Ängsten und Verstimmungen bieten können. Der warme, charakteristische Duft der Rose fördert Entspannung und positive Stimmung — das macht Rosenöl zum idealen Begleiter für das Bad.
Wir schätzen die vielfältigen Wohltaten der Rose.
Doch wo beginnt diese Begeisterung? Folgt man der Spur, gelangt man fast 40 Millionen Jahre zurück — denn die Familie der Rosen ist sehr weit verzweigt. Lassen Sie uns die Geschichte etwas kürzen.
In der griechischen und römischen Kultur galten Rosen als Sinnbild für Liebe und Schönheit. Sie standen für die griechische Göttin Aphrodite und ihre römische Entsprechung Venus. In der griechischen Mythologie heißt es, Rosensträucher seien aus den Tränen und dem Blut Aphrodites und ihres Geliebten Adonis erblüht. Doch jenseits der Mythen gab es weitere Gründe, weshalb die Rose zum Symbol göttlicher Schönheit und Liebe wurde. Die Römer hinterließen Schriften über die heilende Wirkung des natürlichen Rosenwassers — sie nutzten es zur Behandlung von über dreißig Beschwerden. Der römische Naturforscher und Geschichtsschreiber Plinius der Ältere beschrieb die Rose als adstringierend und schrieb den Blütenblättern, Blüten und Blütenköpfen heilende Kräfte zu.
Auch der griechische Arzt Dioskurides verwendete eine Pomade aus in Öl angesetzten Rosenblättern. Er beschrieb die kühlenden und adstringierenden Eigenschaften der Rose und behauptete, dass eine in Wein gekochte Rosentinktur Kopfschmerzen sowie Erkrankungen der Augen, Ohren, des Mundes und der Gebärmutter lindern könne. In der Schönheitspflege waren Rosen ein klarer Favorit: Blütenblätter, Wasser und Extrakte dienten als Schönheitsmasken, Lidschatten und Rouge. Plinius der Ältere schrieb in seiner Naturalis Historia, dass gemahlene Rosenblätter als Deodorant oder Parfüm verwendet werden konnten und verbrannte Blätter für dunklere Augenbrauen sorgten. Auch Ägyptens berühmte Königin Kleopatra wurde — wie es heißt — zur Liebhaberin des Rosenwassers; sie nahm regelmäßig Rosenwasserbäder und reinigte Gesicht und Körper mit dieser kostbaren Flüssigkeit. Shakespeare setzte ihrem Schönheitsritual in „Antonius und Cleopatra“ ein Denkmal und erwähnte, dass selbst die Schiffe Kleopatras aus Zedernholz nach Rosenwasser dufteten.
Auch ein altes ägyptisches Heilmittel sah vor, Rosenblätter zu kosmetischen und heilenden Balsamen einzukochen. Mit Rosen parfümierte Öle dienten als Reinigungsmittel und zugleich als Schutz vor den trockenen Wüstenwinden.
Im 10. Jahrhundert soll der persische Alchemist Avicenna jenes verfeinerte Rosenwasser entwickelt haben, das dem heute gebräuchlichen am nächsten kommt. In derselben Epoche entstand in Persien zudem ein neues Verfahren zur Destillation von Rosenblättern. Aus 2000 Rosen wurde dabei nur ein einziges Gramm Rosenöl oder Rose Absolue gewonnen. Wegen des extrem aufwendigen Prozesses blieb das Erzeugnis ein Luxusgut, das den Eliten vorbehalten war.
Rosenbalsame und Rosenöl wurden zu einem profitablen Handelsgut quer durch die Reiche, und mit dem Mittelalter breitete sich der Gebrauch des Rosenwassers weiter aus. Es diente als Handwasser vor den Mahlzeiten und wurde von Ärzten zur Behandlung verschiedener Beschwerden sowie als Tonikum für ihre wohlhabenden Patienten verschrieben.
Die Ärzte hielten dieses aus Rosen gewonnene Tonikum für stärkend für die Organe und schonend für das Herz. Die heilende und schönheitsfördernde Kraft der Rose blieb auch in Europa nicht unbeachtet. Bald waren Rosenwasser-Salben, Cold Creams, Tonika und Gesichtsreiniger im mittelalterlichen Europa weit verbreitet. Wegen ihrer entzündungshemmenden Wirkung wurden sie ebenso bei Hauterkrankungen wie Ekzemen oder Rosacea eingesetzt. In dieser Zeit galt blasse, helle Haut als Schönheitsideal in Europa.
Rosenwasser wurde zur willkommenen Ergänzung des weißen Puders, den man als Make-up auflegte — die mittelalterliche Variante einer Foundation. Da Porzellan-Haut Mode war, gewann auch Rosenöl an Popularität, da man ihm narbenmildernde Kräfte zuschrieb. Europas vornehme Adelshäuser waren begeistert von Rosenprodukten — daraus wurde ein bedeutendes Geschäft.
Bis ins 19. Jahrhundert hinein hielten Rosen Einzug in alle erdenklichen Pflege- und Kosmetikprodukte: von Lotionen, Seifen und Tonika bis hin zu Gesichtscremes — Rosenprodukte waren überall.
Dem im 10. Jahrhundert entwickelten Extraktionsverfahren ist es zu verdanken, dass wir noch heute von den Wohltaten dieses besonderen Öls profitieren können. Auch wenn Rosenöl nach wie vor ein kostbares Erzeugnis ist — das Verfahren hat sich kaum verändert. Für alle, die eine zugänglichere Variante suchen, gibt es das stets verlässliche Rosenwasser! Bis heute ist es ein sicherer und ausgesprochen wirksamer feuchtigkeitsspendender Toner für alle Hauttypen. Es fördert ein klareres, frischeres Hautbild und hilft, die natürliche Talgproduktion ins Gleichgewicht zu bringen. Dank seiner entzündungshemmenden und antibakteriellen Eigenschaften kann Rosenwasser zudem Hautreizungen, Schwellungen und Rötungen lindern.
Bei Schnitten, Verbrennungen und drohender Narbenbildung können Rosenprodukte zu schnellerer Heilung und besserer Hautbild-Erhaltung beitragen. Unsere Haut profitiert von Antioxidantien — und sowohl Rosenwasser als auch Rosenöl bringen davon eine Menge mit. Antioxidantien schützen unsere Zellen und helfen, vorzeitiger Hautalterung und Faltenbildung vorzubeugen.
Vielleicht waren Rosen wirklich ein Geschenk der Schöpfung — jene wundervolle Blüte, die seit Jahrtausenden zu den treuesten Begleitern unserer Haut zählt.
Wenn auch Sie Ihrer Haut ein Stück Rosen-Tradition gönnen möchten, werfen Sie einen Blick auf unsere streng natürliche, limitierte Produktauswahl. Zögern Sie nicht!